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Interview mit Tetsuya Nomura von der Magic 2017; über das Final Fantasy VII Remake und Kingdom Hearts

[...]aber die Essenz des [FF VII] Universums wird erhalten bleiben

Wir haben für euch das Interview mit Tetsuya Nomura von der MAGIC 2017 übersetzt, in dem er über sich und ein paar Aspekte des Final Fantasy VII Remakes spricht.

Während vom 18. – 19. Februar das Final Fantasy XIV Fan-Festival in Frankfurt stattgefunden hat, lief in Monaco die MAGIC 2017, zu der auch Tetsuya Nomura, Director des Final Fantasy VII Remakes und von Kingdom Hearts III, erschienen ist.

Die Kollegen von Finaland waren vor Ort und konnten zusammen mit KH Island, FFDream und GamersFlag Nomura einige Fragen zu seiner Karriere und den genannten Spielen stellen. Das Interview fand auf französisch statt, dank Finaland, die es auf Englisch veröffentlicht haben, können wir es euch auf deutsch präsentieren:

Finaland: Hallo Herr Nomura, danke, dass sie uns empfangen. Eine kurze Frage für den Anfang: Was bevorzugen Sie, das Produzieren eines Spiels oder das Designen von Charakteren?

Nomura: Da ich mich dabei völlig frei entfalten kann, favorisiere ich das Produzieren. Dennoch, ich fing als Designer bei SE an und somit designe ich auch noch Charaktere.

KH Island: Wie sieht ein normaler Tag für Tetsuya Nomura aus?

Nomura: Anstatt eines Tages, würde ich über ein Jahr sprechen. Ich arbeite konstant das ganze Jahr über. Ich nehme mir einige Pausen, da ich diese brauche. Ich werde auch nicht jünger. Meine Kollegen scheinen das nicht zu bemerken und überhäufen mich in einem frenetischen Tempo mit Arbeit, als wäre ich noch jung und hätte die Energie der vergangenen Tage.

FF Dream: Warum halten Sie sich von den sozialen Medien fern?

Nomura: Heutzutage können wir über die neuen Kommunikationskanäle sehr eng mit den Fans Informationen austauschen. Dies haben wir bereits bei anderen Entwicklern gesehen, die darüber eine Menge austauschen. Was mir daran nicht gefällt ist, dass je näher wir den Fans kommen, wir sehr darauf achten müssen, welche Informationen wir preis geben. Ich muss viele Informationen zurückhalten und das gefällt mir nicht.

Ein ehemaliger Mitarbeiter hat mir mal geraten, eine gewisse Distanz zu den Leuten zu halten, die mir folgen. Ohne diese Distanzierung, verlieren wir die Objektivität. Mittlerweile befolge ich diesen Rat.

FF Dream: Wie erhalten sie die Meinungen der Fans?

Nomura: Ich lese eine Menge Reviews. Aber ich achte darauf, sie diskret zu lesen. Wenn nicht, dann denke ich zu viel darüber nach.

GamersFlag: Würde es für Sie Sinn machen, eine Kompilation an HD Remaster von Final Fantasy VII Spielen (Before Crisis, Crisis Core und Dirge of Ceberus) auf einer Plattform zu entwickeln, wie Sie es mit Kingdom Hearts gemacht haben? Abgesehen von der Möglichkeit, dies umzusetzen, würden Sie dies gerne tun?

Nomura: Um das Final Fantasy VII Remake wird noch ein Geheimnis gemacht, aber es wird sich vom ursprünglichen Spiel unterscheiden. Sollten wir eine Kompilation erstellen, werden die Spiele keine Kohärenz haben und es wird schwer, da es im Moment keine Kontinuität zwischen den Spielen und dem Remake gibt im Moment.

KH Island: Auf Sie bezogen, welches Spiel war der Wendepunkt Ihrer Kariere? Final Fantasy VII mit seinem riesen Erfolg im Westen oder Kingdom Hearts als das erste Spiel, bei dem Sie als Director dran gearbeitet haben?

Nomura: Ich denke, es ist Kingdom Hearts.

Finaland: Sie haben ein besonderes Talent dafür, Trailer und Eröffnungssequenzen in einer hohen Qualität zu erstellen, welche die Emotionen der Fans berühren. Was ist Ihr Geheimnis?

Nomura: Mein Vorgehen dabei ist sehr repetitiv. Aktuell schaue ich mir mehrmals an, was ich erstellt habe und versuche mich dabei in die Blickwinkel verschiedener Personen zu versetzen. Als Fan zum Beispiel, versuche ich mir vorzustellen, was sich diese Wünschen und schaue mir den Trailer an. Danach schaue ich ihn ein weiteres Mal als jemand anderes.

FF Dream: Wird die Reife, welche das ursprüngliche Final Fantasy VII ausgemacht hat, im Remake erhalten bleiben?

Nomura: Es werden sich eine Menge Dinge ändern, aber die Essenz des [FF VII] Universums wird erhalten bleiben. Dies ist eines der Dinge, die intakt bleiben.

GamesFlag: Was Kingdom Hearts an sich angeht: Wie haben Sie es geschafft, Disney und Square Enix von einem unbekannten Helden, Sora, zu überzeugen, anstatt Donald oder Micky zu nehmen?

Nomura: Ich habe ihnen mein Design gezeigt und es stellte sich heraus, dass ich nicht besonders darauf gehört habe, was mir vorgegeben wurde. Ich sagte ihnen: „Nein, das will ich nicht machen“ und es wirkte. Es ist nicht so schwer. Es ist so, dass Japaner nicht direkt „nein“ sagen. Sie sprechen ihre gegensätzliche Meinung nicht direkt aus. Ich tat es und es überraschte jeden. Von da an haben sie nicht mehr versucht, mir ihre Meinung aufzudrücken. Ab da fand ich es recht einfach.

Finaland: Sie haben mit ihrem Stil und Ihrer Arbeit eine Menge junger Künstler inspiriert. Besonders mit Kingdom Hearts. Welche Nachricht/welchen Rat haben Sie für diese?

Nomura: Ich denke nicht, dass ich so viele inspiriert habe. Ich würde sagen, dass wir das tun sollten, was wir kreieren möchten. Wenn wir als Designer nur das tun, was wir von anderen vorgegeben bekommen, werden wir nur ein gelangweiltes Werkzeug. Dies passiert besonders schnell, wenn man „nur ein durchschnittlicher“ Künstler ist. Ich denke, wir sollten flexibel bleiben und die richtige Balance zwischen dem Ausführen von Anweisungen und dem „nein sagen“ finden, um die eigene Vision als Künstler aufrecht zu erhalten.

Ebenfalls während der MAGIC 2017, gab es neue Screenshots zum Final Fantasy VII Remake und Kingdom Hearts III zu sehen.

Quelle: Finaland