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Life is Strange 2 – Episode 1 „Roads“ Review

Ein übernatürlicher Roadtrip beginnt.

Life is Strange 2 Episode 1 „Roads“ ist da und wir haben uns aufgemacht, die Brüder Diaz auf ihrem Roadtrip zu begleiten. Dabei beginnen wir eine Reise ohne Wiederkehr in eine düstere Welt.

Mit Life is Strange führte DONTNOD (RemeberMe, LiS) die Teenie-Dramen mit übernatürlicher Komponente ein. Das Spiel war herzerwärmend, bildete Themen wie Mobbing, Selbstmord und sexuelle Nötigung, aber auch Freundschaft und Zusammenhalt ab. Das Spiel schlug ein wie eine Bombe, wurde von Kritikern gefeiert und bekam ein Prequel (Life is Strange: Before the Storm) und ein Spinn-Off (Die fantastischen Abenteuer von Captain Spirit) spendiert. Jetzt ist DONTNOD zurück mit einer neuen Geschichte, neuen Charakteren und neuen Möglichkeiten. Die erste Episode, „Roads“, von Life is Strange 2 ist erhältlich und nimmt euch mit auf die Reise zweier Brüder, welche deren leben für immer verändern wird.

Life is Strange 2 ist die Fortführung der „Wähle dein eigenes Abenteuer“ Formel von DONTNOD. Aber anstatt in Arcadia Bay zu spielen, erzählt dieses Spiel eine komplett neue Geschichte, die der beiden Brüder Sean und Daniel Diaz, die nach einem tragischen übernatürlichen Intermezzo mit der Polizei gezwungen sind, von zuhause zu fliehen. Denn was als typisches Teenager-Melodrama beginnt, entwickelt sich im Laufe des ersten Kapitels in eine Geschichte um Bruderschaft, dem Erwachsenwerden und der politischen Situation in den USA.

So viel zu tun

Als erste von fünf angekündigten Episoden hat es „Roads“ besonders schwer. Es müssen neue Charaktere und eine neue Umgebung bzw. gleich mehrere Umgebungen eingeführt werden. Die Geschichte spielt nicht nur in einer kleinen Stadt oder nur in einem Haus, sondern beginnt in Seattle und wird, wenn Sean seinen weiteren Plan verfolgen kann, in Mexiko enden. Im Mittelpunkt steht Sean, ein sechzehnjähriger Latino-Amerikaner der mit seinem Vater Esteban und jüngeren Brüder Daniel in einem Vorort von Seattle lebt. Die ersten Minuten samt Schlüsselszene, weshalb Sean und Daniel das Weite suchen müssen, konnte während der gamescom bereits gespielt werden und in unserem Preview sind wir sehr ausführlich auf den Einstieg eingegangen. Teenager Probleme, das Vorbereiten einer Party und sehr gut geschriebene Charaktere wie Esteban oder Seans Freundin Lyla werden eingeführt um sie uns dann wieder zu entreißen. Schon zu Beginn schafft es Life is Strange 2 uns emotional an glaubhafte Charaktere zu binden. Überhaupt ist alles viel glaubwürdiger. Die Umgebung hat größeren Einfluss auf die Charaktere. Wenn der iPod läuft und Musik durch das Haus schallt, singt Sean mit oder Lyla bemerkt die Musik. Das sind Details, die aber das geschehen viel realer wirken lassen.

Erst mit der Szene im Garten, wenn Sean seinen kleinen Bruder vor dem Nachbarsjungen beschützen muss, die Polizei eingreift und dann Daniels übernatürliche Kraft zum Vorschein kommt, wird einem klar, dass dieser kleine Junge noch eine gewaltige Entwicklung machen wird und wir in einer nicht so normalen Welt unterwegs sind. Der Schockmoment sitzt tief in Sean doch Daniel erinnert sich sich an nichts. Er wird von seinem Bruder mitgeschleppt und zwei Tage später befinden sie sich bereits auf ihrem Roadtrip. Eine einsame Landstraße im Nirgendwo eines Walds zeigt auf, wie schön Life is Strange 2 ist. Für Daniel soll es ein Camping-Ausflug sein, was auch einen Ausflug in den Wald beinhaltet, in dem sich ein Picknick-Platz nahe eines Fluss befindet. Die Atmosphäre ist atemberaubend. Licht, Schatten, Geräusche, alles passt und vermittelt einen Frieden in vielen Szenen, der dadurch gestört wird, dass Sean weiß, was geschehen ist und auch weiß, dass Daniel es irgendwann erfahren muss. In den kleinen Gesprächen zwischen den beiden und den Interaktionen, beim Aufbauen ihres Lager oder dem Tollen am Strand, wird die enge Bindung zwischen den Brüdern verdeutlicht. Vorbei ist das genervte Gehabe des größeren Bruders. Sean muss Daniel beschützen und wächst in diese Rolle hinein.

Sean kümmert sich auch um kleinere Belange seines Bruders. Wie, dass er die Toilette benutzt.

Ein wachsender Lehrmeister

Diese Szenen führen einen in die Neuheiten von Life is Strange 2 ein: Sean wird zum Lehrer für Daniel. Er kann mit ihm interagieren, ihn rufen und auf bestimmte Dinge genauer eingehen, wenn man es möchte. Zwar steuern wir Daniel nie direkt, aber dadurch, dass wir direkten Einfluss auf ihn nehmen können, tragen wir auch die Verantwortung dafür, wie sich der kleine Junge entwickeln wird. Ist es richtig, den Schokoriegel aus einem Auto zu klauen? Schicken wir Daniel zum betteln vor? Es gibt viele Dinge, die sicherlich noch Einfluss auf Daniels Charakter haben werden. Bei diesem Durchgang fiel unsere Entscheidung stets darauf, immer ein gutes Vorbild zu sein. Aber Daniel könnte das Klauen sicherlich auch als selbstverständlich erlernen.

Neben den Gewissenskonflikten von Sean, der weiß, dass Daniel irgendwann die Wahrheit erfahren muss und der Frage, wie die beiden weitermachen und auf der Straße überleben, gibt es noch ein weiteres Element in dieser Episode, welches den Brüdern das Leben schwer macht. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass DONTNOD direkten Bezug auf politische Themen nimmt. Rassismus ist schon der Auslöser für die Tragödie und zieht sich durch weite Teile des Kapitels. Letztendlich wird Sean gefangen genommen und muss seinen kleinen Bruder anleiten, ihn zu befreien. Hier kommt Daniels Superkraft abermals zum Tragen und weitere, moralisch bedenkliche Entscheidungen werden einem abverlangt. Life is Strange 2 ist nicht zimperlich mit solchen Situationen.

Nachdem Sean und Daniel einen großen Teil des Kapitels ihre Beziehung zueinander festigen und weitere Spielelemente, wie ein Geldsystem hinzukommen (seid ehrlich zu Seans Vater, ihr braucht das Geld), kommt es zum Schluss zum weiteren Showdown. Für Sean wird klar, dass sie nicht zurück in ihr altes Leben können, um das zu untermauern und auch nicht auffindbar zu sein, wirft er sein Handy weg. Bis dahin konnte er Daniel davor bewahren, die Wahrheit aus den Medien zu erfahren. Zeitungen wurden versteckt und der Fernseher ausgestellt. Die beiden werden gesucht und jeder weiß, was geschehen ist. Daniels übernatürliche Kräfte hängen stark mit seinen Emotionen zusammen, zumindest scheint es so, nach den Ausbrüchen in Schlüsselszenen. Welche Macht in ihm steckt wird auch nur an der Oberfläche angekratzt, was daran deutlich wird, wenn es zum Schluss der Episode kommt.

Vieles ist neu, aber doch bekannt

Damit beginnt Life is Strange 2 bereits emotionaler als sein Vorgänger und hat es direkt geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Ich möchte nun wissen wie es weiter geht, was es mit Daniels Kraft auf sich hat und am liebsten würde ich den kleinen Mann trösten. Wieder ist es auch die Musik, welche es schafft, einen auf eine emotionale Reise mitzunehmen. Sie passt wunderbar zu dem Spiel: Wenn Sean in seinem Zimmer den iPod einschaltet wird es rockig, in der Werkstatt dudelt das Radio vor sich hin. Es passt jedes mal sehr gut und wie immer ist die Musik ausschlaggebend für die Stimmung. Dass DONTNOD für Life is Strange 2 auf die Unreal Engine 4 setzt, zeigt sich an der detaillierten Darstellung der Schauplätze sowie den Lichteffekten. Alles wirkt bunter, stimmiger, auf der einen Seite realistischer, auf der anderen doch zu knallig und die Pastelltöne dürfen wieder nicht fehlen.

Die Grafikeinstellungen sollte man allerdings mit Bedacht wählen. Ich habe die PC Version gespielt, in der man durchaus hohe Grafikeinstellungen wählen kann. Damit ich vernünftige Screenshots machen konnte, die auch aussagekräftig sind, habe ich die höchsten Einstellungen gewählt. Was auf meinem Rechner mit Geforce GTX 760 für viele Frameeinbrüche sorgte, was das Spielerlebnis durchaus trübte. Stellt man die Einstellungen etwas runter, wirds geschmeidiger, aber sieht auch nicht mehr so gut aus. Die Demo habe ich mit XBox Controller gespielt, kann also sagen, dass ich die Steuerung mit Maus und Tastatur wesentlich angenehmer empfinde. Es ist oft so, dass man bestimmte Gegenstände schon genau ins Visier nehmen muss, damit man sie anwählen kann. Was mit der Maus sehr komfortabel funktionierte.

Gespielt wurde, wie erwähnt, die PC Version auf einem PC mit Intel Xeon 1230, 16 GB RAM und einer Geforce GTX 760. Das Spiel wurde uns für diesen Test vom Publisher zur Verfügung gestellt.

Summary
Life is Strange 2: Episode 1 führt uns an Sean und Daniel heran. Wir erleben eine sehr emotionale aber auch realistische Geschwisterliebe. Dadurch, dass Sean nicht über eine übernatürliche Kraft verfügt, fühlt man sich zwar erst etwas machtlos und es ist nicht alles so aufregend wie noch in der ersten Staffel, als man Max Kräfte ausprobieren konnte. Dadurch ist das Gameplay zwar teilweise etwas eindimensional aber "Roads" beginnt eine Handlung, die einen mitreißt und ich will unbedingt wissen, wie es den beiden Brüdern ergehen wird. Wie im Text angesprochen, geht LiS2 oft auf aktuelle Gesellschaftsthemen wie Rassismus ein. Es passt und gibt auch hervorragende Ansätze um über solche Themen nachzudenken. Wenn DONTNOD es schafft, diese Geschichte weiterhin auf einem so hohen Level zu erzählen, kann Life is Strange 2 seinen Vorgänger noch überholen.
Positives
  • aufregende Plot-Twists
  • sehr schöne Grafik
  • stimmungsvolle Musik
  • neue Interaktionsmöglichkeiten
  • deutsche Untertitel
  • gute Englische Sprecher
Negatives
  • Gamneplay oft etwas eindimensional
  • in der Mitte etwas sehr ruhig
9
Fantastisch
Spielspaß - 10
Grafik - 8
Sound - 9
Steuerung - 8
Handlung und Charaktere - 10

Kommentare

Roland

Kommentar von:

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