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Life is Strange 2 – Episode 2 „Rules“ Review

Wie schlägt sich die zweite Episode der neuen Life is Strange Reihe? Wir geben euch in unserer Review einen Einblick!

Wie fängt man am Besten eine Review zu einer zweiten Episode an? Am Besten mit einem kurzen Rückblick auf das bisher Geschehene, um uns und euch vorweg alles nochmal in Erinnerung zu rufen.

Episode 1 der zweiten Staffel von Life is Strange war der Beginn einer ganz neuen Geschichte, und zwar die der 2 Brüder Sean und Daniel Diaz. Diese leben ein auf den ersten Blick ganz normales Leben in der Vorstadt von Seattle, inklusive allen Sorgen und Problemen. Allerdings wurden wir schnell eines Besseren belehrt, die Mutter der 2 Jungs war vor sehr langer Zeit weg gelaufen, somit musste ihr Vater Esteban alle Kräfte aufbringen die Beiden alleine großzuziehen.

Hier ein kleiner Spoiler zur ersten Episode, wer diese noch nicht gespielt hat, spring zur nächsten Überschrift:

Wir als Spieler stiegen ganz kurz vor dem Moment ins Geschehen ein, der das Leben aller Familienmitglieder auf einen Schlag ändern sollte. Sean, der Teenager und damit ältere der Geschwister eilt seinem kleinen, noch jungen Bruder Daniel zur Hilfe, der vom Nachbarsjungen bedroht wird. Dabei kommt es zu einer Verkettung von Unfällen und skurrilen Szenen, die zur Folge haben, dass Esteban und ein Policeofficer tot sind. Daraufhin suchen Sean und Daniel das Weite und wollen nach Puerto Lobos in Mexiko auswandern, um dort neu zu beginnen. Am Ende der Episode erfährt Daniel in einem Motel vom Tod des Vaters und Sean bemerkt dabei Daniels gewaltige telekinetischen Kräfte.

Episode 2: Großeltern und Superhelden

Folge 2 setzt einige Zeit später ein, der Winter hat Einzug gehalten und die 2 Jungs haben es sich spärlich in einem verlassenen Haus im Wald „gemütlich“ gemacht und sind mit ihrem kleinen Hund und neuen Freund Trüffel fast schon sesshaft geworden. Allerdings plagt Daniel seit Tagen ein hartnäckiger Husten mit Fieber und Sean sieht keinen anderen Ausweg als weiterzuziehen, das nächste Ziel ist dabei das Haus der Großeltern mütterlicherseits. Aber bevor sie losziehen können, müssen sie noch einen weiteren herben Schicksalsschlag verkraften.

Die weiteren Szenen spielen sich ab jetzt in Beaver Creek ab. Ich möchte bewusst nicht mehr auf Einzelheiten eingehen, um euch nicht den Spaß daran zu nehmen es selber zu spielen und zu erforschen. Und so viel sei vorweg gesagt: Es lohnt sich. Ihr solltet euch dabei aber definitiv die Zeit nehmen, wirklich Alles genau unter die Lupe zu nehmen, weil ihr sonst 1. nach einer Stunde durch seid und 2. die Spiele der Life is Strange Reihe gerade das ausmacht: voll eintauchen zu können, denn jedes Item welches ihr anklickt und jede Person mit der ihr sprecht lässt euer gedankliches Bild von den Personen und Geschichten ein wenig detaillierter werden.

Habt ihr eigentlich die kleine Sonderepisode „The awesome Adventures of Captain Spirit“ gespielt? Wenn nicht dann solltet ihr das unbedingt vorher nachholen! Denn dann wird euch Seans und Daniels Großmutter Claire direkt bekannt vorkommen. Diese hält ein Auge auf den kleinen Nachbarsjungen Chris, der sich gerne in die Rolle des Superhelden Captain Spirit hineinversetzt. Hier an dieser Stelle laufen die beiden Geschichten der Kinder auch zusammen und Daniel blüht seit Monaten dabei auch das erste Mal wieder richtig auf.

Man könnte kurz den Eindruck gewinnen, die zweite Staffel wäre an dieser Stelle glücklich beendet, weil die 2 Ausreißer ein neues Zuhause gefunden haben. Aber DONTNOD (die Schmiede hinter Life is Strange) wäre nicht DONTNOD wenn es nicht auch hier wieder auf ein episches Ende samt gewaltigem Cliffhanger hinaus laufen würde. Denn ziemlich bald wird die ganze Familie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Dabei geht es einerseits um die Geschichte der Mutter der Jungs, aber auch um die Konsequenzen des Unfalls in Seattle.

Fazit zur Story

War in Episode 1 noch das Ereignis selbst und die darauf folgende Flucht das vorherrschende Thema, liegt hier jetzt der Schwerpunkt viel mehr auf der sich festigenden Bindung von Sean und Daniel und ihrem Wunsch, wieder ein Zuhause zu haben. Gerade Daniel, der die ersten Tage noch als ein Abenteuer erlebt hat, merkt, wie sehr sich ihr Leben verändert hat und sich noch verändern wird. Er lernt seine besondere telekinetische Kraft gezielt einzusetzen, was aber natürlich streng geheim gehalten werden muss. Aber auch wenn Sean schon etwas reifer ist, so sind Beide noch Kinder und Kinder kann man nicht ewig versteckt halten. Episode 1 hat noch sehr viel mit dem Thema Rassismus „gespielt“, Episode 2 lässt dies ersteinmal fallen. Diesmal dreht es sich vielmehr um den Titel dieser Episode, um Regeln, die Jeder einzuhalten hat. Oder eben auch nicht. Mit der neuen Episode wird Staffel 2 meiner Meinung nach packend und spannend weiter erzählt, aber wie schon oben erwähnt, ist es dabei sehr ratsam sich auch voll auf die Geschichte einzulassen.

Fazit zur Atmosphäre

Wer den DONTNOD-Stil kennt weiß was man geboten bekommt, das ist hier nicht anders. Man kann sich voll von der Atmosphäre einsaugen lassen, hilfreich dabei ist auch hier wieder mal die ruhige und absolut stimmige Songauswahl. Wenn wir uns dann als Sean vorm Haus auf eine Bank setzen und er seine Blicke und Gedanken kreisen lässt ertappe ich mich immer wieder dabei wie ich es ihm gleich tue. Man kann das im Spiel gesehene zusammen mit ihm verarbeiten oder schweift sogar in Gedanken über sein eigenes Leben ab, und gerade dass ein Spiel das schafft ist echt atemberaubend. Und nach dem Ende war es dann auch wieder soweit, ich musste die Tempos mal wieder aus der hinteren Ecke des Schrankes kramen.

Fazit zur Technik

Leider merkt man Episode 2 unschönerweise ein paar Schwächen an, so berichten viele Spieler von Glitches oder unsichtbaren Personen während Gesprächen. Auch ich konnte das auf der PS4 minimal beobachten. Desweiteren lassen sich manchmal Gegenstände oder Personen die sich hintereinander befinden schwer anvisieren und man muss ein wenig hin und her fummeln. Ich hoffe stark, dass sich DONTNOD noch mit Patches darum kümmert und versucht Episode 3 ohne diese Fehler zu releasen.

Zusammenfassung
Man bekommt genau das was man erwartet. Das klingt für die einen wie ein Kompliment und für andere wie langweiliger Einheitsbrei. Ich persönlich bin aber komplett begeistert und kann kaum erwarten wie die Geschichte weiter geht. Ich kann aber genauso nachvollziehen wenn euch das immer gleiche Gameplay nicht sonderlich motiviert. Dann müsst ihr einfach ehrlich zu euch selbst sein und eingestehen dass dieser ruhige Spielstil, der oft wie ein begehbarer Film anmutet nichts für euch ist. Fans von Geschichten zum Nachdenken kommen aber auch hier wieder voll auf ihre Kosten.
Positives
  • Atmosphäre
  • Emotionale Story
  • Wunderschöner Soundtrack
  • Meist stimmige Grafik
Negatives
  • Teils schwache Technik wie zum Beispiel Glitches
  • Für den ein oder anderen eventuell zu simples Gameplay
8.2
Gut
Spielspaß - 8
Grafik - 8
Sound - 9
Steuerung - 7
Handlung und Charaktere - 9
David
Geschrieben von
David

Redakteur Final Fantasy XIV

Leidenschaftlicher FF14-Suchti und Gamer und FF-Fan seit 25 Jahren.

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