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Secret of Mana 3D Remake Review

Nostalgie-Gefühl für die Einen, hübsche Geschichte für die Anderen. Die Mischung funktioniert leider nur halb.

Secret of Mana hat mich damals dazu gebracht, meinem SNES einen Adapter zu kaufen, damit man drei statt zwei Controller anschließen konnte. Denn dieses Spiel hat erst zu dritt  richtig Spaß gemacht. Damals war es noch üblich, dass man sich gemeinsam vor eine Konsole setzte, um etwas zusammen zu spielen. Umso schöner war das Erlebnis auch, denn man hatte mit Freunden und Verwandten ein Gesprächsthema, als würde man über einen gemeinsamen Brettspielabend sprechen.

Heutzutage läuft dies deutlich seltener so ab und die Spieler greifen hier auf eine Online-Funktion zurück. So werden Spiele eben bestritten – Wenn diese für die heutige Konsolen und Computer Generation entworfen wurden. Das 3D Remake von Secret of Mana mag nicht so Recht in diese Generation passen.

Die Geschichte

Für Rollenspiele aus seiner Zeit üblich haben wir es mit einem Waisenjungen zutun, der in einem Dorf aufgezogen wurde und nun durch einen tollpatschigen Zufall das legendäre Schwert aus einem Stein gezogen hat. Dies wiederum hat alle Monster zurückgeholt und weil es für solche Tölpeleien keinen Platz im Dorf gibt, wird der Junge nun verbannt.

Fortan ist er auf der Suche nach Mana-Samen, um das Schwert stärker zu machen und trifft dabei auf seine beiden Begleiter, die irgendwie auch mit dem Schicksal des Mana-Schwertes verbunden sind. Das Mädchen und der (im Original eigentlich geschlechts-undefinierte) Kobold unterstützen den Planlosen Helden der Geschichte dabei mit Tat – und in dem Remake auch etwas mit Rat (dazu weiter unten mehr).

Damit die Geschichte um die böse Mana-Festung samt dem Mana-Drachen sich nicht wiederholt, soll das ungleiche Trio sich dem entgegen stellen und rettet auf dem Weg dahin Stück für Stück die Bewohner der Welt. Eine klassische Geschichte ohne große Überraschungen, die einem recht linearen Pfad folgt. Als Secret of Mana damals erschien, war dies ein erfolgreiches Konzept der Rollenspiele.

Das Kampfsystem

Die Rollenspiele seinerzeit haben verschiedene Wege ausprobiert und Secret of Mana hat sich hier wohl am ehesten an der Legend of Zelda Reihe orientiert: Die Kämpfe finden in Echtzeit statt und man muss sich zum Gegner bewegen, damit man beim Zuschlagen dann auch trifft. Secret of Mana arbeitet hierbei mit acht verschiedenen Waffen, die man jederzeit über das Menü wechseln kann. Dadurch hat man Fern- wie Nahkampfangriffe zur Auswahl und kann die Waffen sogar aufladen, damit der nächste Hieb umso vernichtender ausfällt.

Alle drei Charaktere sind in den Kampf involviert und dabei frei beweglich. Zudem haben Mädchen und Kobold noch Zauber im Gepäck, welche das ganze interessanter gestalten können. Wer hier auf schnelles Knopfdrücken setzt, hat aber geringe Chancen den Kampf gut zu überstehen: Nach jedem Angriff muss der gewählte Charakter sich kurz erholen, oder er verursacht keinen oder nur wenig Schaden.

Insbesondere bei den Bossgegnern merkt man dann auch, dass gewisse Strategien von Nöten sind, um die Kämpfe siegreich zu beenden. Dies hat das gemeinsame Spiel bereits damals ausgemacht und wird nun etwas durch die (zum schlechten) überarbeitete KI bei fehlenden Mitspielern geschmälert.

Leider ist die Geschwindigkeit der Kämpfe so geblieben wie im Original und dadurch wirkt das ganze System etwas hakelig und stotternd. Gegner reagieren weiterhin erst auf den nächsten Hieb, wenn ihre Animation beendet wurde. Dadurch wirkt der Kampf, als wäre er verzögert (laggy) oder völlig kaputt. Dies ist hier auch den 3D Modellen zuzuschreiben, die völlig anders funktionieren als die 2D Sprites des Originals.

Wer das Original gespielt hat, kann sich an die Mechanik wieder gewöhnen. Aber Neueinsteigern kommt das Kampfsystem etwas suspekt vor.

Die Musik

Das Ambiente der Originalmusik weckt Erinnerungen an die schöne Zeit, die man mit dem Originalspiel hatte. Für mich war der neue Soundtrack eher nervig, obwohl dieser schön gemacht ist. Aber dies ist wohl eher ein Gefühl gewesen, was sich gegen dieses andere Erlebnis mit Secret of Mana sträubte.

Für jene, welche diese Generation nicht miterlebt haben, ist der Midi-Sound auch eher befremdlich: Dieses Phänomen zieht sich durch das gesamte Spiel.

Was fürs Auge

Wie bereits beim Kampfsystem erwähnt, agieren die 3D-Modelle teilweise etwas hakelig. Grundsätzlich sind aber alle Grafiken im Einklang. Die Hintergründe und Figuren passen zusammen und die neuen Effekte sind nicht übermäßig platziert worden. Das Secret of Mana 3D Remake sieht gut aus, hätte so aber auch auf einem Handheld der neuesten Generation erscheinen können. Es passt zum Spiel, welches aus einem Klassiker entstanden ist, denn mehr hätte dem ganzen Flair wohl eher schlecht getan.

Leider gibt es auch mal Bugs in der Grafik.

Die Menüs werden noch immer so durchgeschaltet wie im Originalspiel, was bei mehreren Spielern etwas wuselig wirkt. Dafür wurden auch diese optisch angepasst und machen klar, wie man wohin kommt.

Vergleich zum Original

Die deutsche Übersetzung von jeglichen Namen, Waffen und anderen Gegenständen ist komplett überarbeitet worden. Nichts heißt mehr so, wie im SNES Spiel, was an einigen Stellen tatsächlich stark auffällt, an anderen aber keinen Unterschied macht. Mir persönlich fiel es stark bei dem Monster Pogopuschel, welches hier nun Mümmler heißt, auf. Es gibt eine Szene,  wo dieses Monster als Attraktion dargestellt wird – in der alten SNES Übersetzung zeigten die Zuckungen der Charaktere einen Tanz, da es hieß, dass der Pogopuschel auch Pogo tanzen kann. In der neuen Version wird das Rumgehampel gar nicht erklärt, es soll wohl die Freude über den schlechten Wortwitz von Mümmel und Mann zeigen. Und so sind es viele kleine Dinge, die einem als Kenner des Originals ein wenig gegen den Strich gehen.

Heißt jetzt nicht mehr Kuscheltiger.

Die Mini-Map im Spiel zeigt eine verpixelte Version des aktuellen Schauplatzes: Hierbei handelt es sich um die Welt, wie sie im alten Spiel aussah. Dies wiederum gefiel mir als Ehrung des Originals ganz gut.

Was außerdem neu ist sind die Gespräche, wenn man sich schlafen legt – diese gab es im Originalspiel überhaupt nicht, auch nicht in anderer Form. Man erfährt hier ein wenig mehr über die Gedanken der Charaktere zur aktuellen Situation oder wird nochmal darauf hingewiesen, wohin man als nächstes aufbrechen sollte.

Hinzu kommt das Tagebuch, welches ein kleiner Hinweis auf den aktuellen Auftrag ist. Da Secret of Mana damals weder Karte noch sogenanntes Quest-Log hatte, wusste man manchmal einfach nicht, wo man als nächstes hin sollte. Dies wird hiermit ein wenig aufgefangen, aber man muss manchmal dennoch etwas herumirren.

In den Einstellungen darf man neben der Auswahl des Soundtracks außerdem das Item-Limit erhöhen, wenn man möchte. So ist man nicht mehr auf das Tragen von vier Gegenständen pro Typ beschränkt, was das SNES Secret of Mana teilweise so schwer gemacht hat. Dies wirkte für mich dann schon wieder zu einfach.

Positives
  • Das Ambiente stimmt
  • Original-Soundtrack wählbar
Negatives
  • Das Kampfsystem in 3D ist hakelig
  • Spagat der Generationen klappt nicht so recht
7.6
Fair
Spielspaß - 8
Grafik - 7
Sound - 8
Steuerung - 6
Handlung und Charaktere - 9

Kommentare

Nadine

Kommentar von:

Redaktionsleitung / Designerin

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1 Kommentar

  1. Hab‘ das Remake seit dem Release und hatte es durch den leicht gesunkenen Schwierigkeitsgrad auch zügig durch.

    Viele, die wie ich das Original kannten, unkten damals was von „zu leicht“, doch man muss fairerweise sagen: leicht ist das Remake nur, wenn man erstens das inhaltlich fast identische Original kennt und zweitens grundsätzlich mit den Spielmechaniken von 16-Bit-JRPGs vertraut ist. Jüngere Spieler, die mit aussagekräftigen Tutorials aufgewachsen sind, dürften durchaus ihre Frustmomente mit dem Spiel haben.

    Antwort
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